Kursverlauf: 1 Unze Silber in US-Dollar, 1 Woche Kursverlauf: 1 Unze Gold in US-Dollar, 1 Woche

Viele sehen das physische Investment in Gold & Silber als eine Art Grundstock und als langfristiges Investment an. Der Anlagehorizont beträgt in vielen Fällen mehrere Jahre, in manchen sogar noch länger. Um trotzdem flexibel in Gold & Silber investieren zu können, bietet sich ein direktes Investment an Unternehmen in Form von Aktien an. Doch die Gold- und Silberproduzenten unterscheiden sich teilweise stark voneinander, so dass wir hier ein paar grundlegende Hinweise zum Investieren geben möchten.

Silber wird bei den weltgrößten Silber-Produzenten nur als Beiprodukt gewonnen, meist bei der Gewinnung von Gold oder Kupfer. Daher sind ein paar der Größten, klassische Bergbaukonzerne wie etwa BHP, Rio Tinto, KGHM, usw. Reine Silberproduzenten gibt es deutlich weniger, trotzdem gibt es ein paar Punkte die man bei jedem Investment beachten sollte.

Wie hoch ist die jährliche Produktion an Silber?

Ein großer Silberproduzent fördert etwa um die 10 Mio Unzen Silber pro Jahr, hinzu kommen noch Beiprodukte wie etwa Gold, Zink oder Kupfer. Es sollte auf jedem Fall so sein, dass die Erlöse aus der Produktion deutlich über den Förderkosten liegen. Förderkosten liegen je nach Mine, bei etwa 4 -9 US $, wenn der Silberpreis unter die Förderkosten fällt macht das Unternehmen Verlust. Viele Unternehmen verkaufen ihre Produktion auch schon im Vorfeld zu einem festgelegten Preis, fällt der Silberpreis darunter hat das Management klug gehandelt, übersteigt aktuelle Silberpreis diesen, entfallen dem Unternehmen möglicherweise hohe Gewinne, die in Form von Dividenden an die Aktionäre weitergegeben oder zum Kauf von neuen Liegenschaften genutzt werden können.

Wo liegen die Minenstandorte?

Dies ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt. Große Produzenten reduzieren das Risiko in dem sie ihre Standorte diversifizieren. Es kann sich als tragisch für ein Unternehmen herausstellen wenn es seine komplette Produktion auf Grund geringer Förderkosten in Latein- oder Südamerika konzentriert, nur um dann feststellen zu müssen, dass der dortige Staatschef seine sozialen Wohltaten durch die Verstaatlichung der Bergbauindustrie finanzieren will. Besonders in Ecuador, Venezuela und Bolivien hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt das so etwa sehr schnell passieren kann.

Im Idealfall ist das Unternehmen daher in mehreren Ländern vertreten, wobei die politisch stabilen Länder den Schwerpunkt ausmachen und die anderen eher als eine Art Zubrot zu sehen sind, von dem nicht Erfolg und Misserfolg abhängt. Im Besonderen sind Kanada, USA, Mexiko, Argentinien zu nennen, wohingegen man vor allem bei Südamerikanischen und Zentralafrikanischen Ländern deutlich vorsichtiger sein muss.

Eine Sonderrolle nimmt China ein. China ist einer der weltgrößten Produzenten von Silber und der weltgrößte Goldproduzent. Die chinesische Regierung schützt und respektiert das ausländische Eigentum zwar, doch ist nicht sicher, ob sie nicht doch zu Verstaatlichungen greifen würde, wenn es im Vorteil ihre Landes wäre. Dies besonders im Hinblick auf strategische Rohstoffe, zu denen Gold und Silber zweifelsfrei zählen.

Wie ist die finanzielle Situation des Unternehmens?

Das ein Unternehmen über reiche Vorkommen verfügt, muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass die finanzielle Seite ebenso positiv ist. Viele Unternehmen verschulden sich stark für den Kauf von Liegenschaften und für den Bau einer Mine. Diese Schulden müssen meist erstmal bedient werden bevor die Aktionäre eine hohe Dividende erwarten oder bevor aussichtsreiche Liegenschaften gekauft oder Konkurrenten übernommen werden können. Im besten Fall hat das Unternehmen keine oder nur geringe Schulden, einen hohen Betrag an Barmitteln für Zukäufe (um die 50 Mio US $) und macht Gewinne aus der Produktion.

In Folge der Finanzkrise ist zu beachten, dass es für ein Unternehmen z.Z. am wichtigsten ist, die Verschuldung zu senken, da die Banken bei der Vergabe neuer Kredite deutlich zurückhaltender geworden sind und auch bestehende Kredite zu deutlich schlechteren Konditionen verlängert bzw. neu verhandelt werden.

Was hat das Unternehmen in der Pipeline?

Die Vorkommen einer Mine sind endlich und erschöpfen sich mit der Zeit, in der Regel hat eine Mine eine Lebensdauer von etwa 10-15 Jahren. Danach ist ein weitere Abbau unwirtschaftlich. Daher kommt es für Unternehmen stark darauf an, wie die weiteren Aussichten von noch nicht erschlossenen Lagerstätten sind, die sogenannte Pipeline.

Große Unternehmen sind hierbei im Vorteil, sie können hochspezialisierte Teams bezahlen, die überall auf der Welt nach neuen Lagerstätten suchen. Dies ist sehr kapitalaufwendig, vom Entdecken einzelner Vorkommen, über die Gutachten, die technische Analyse, bis hin die Mineralisierung einer Lagerstätte als wirtschaflich- und auch technisch durchführbar zu erachten, müssen teilweise zehn, manchmal auch Hundert Millionen US $ ausgegeben werden. Und das alles, noch bevor eine Mine gebaut wird! Große Unternehmen können Kleinere kaufen, um sich so schon bereits erschlossene und klassifizierte Vorkommen zu sichern, die sie selbst vielleicht erst nach 10 Jahren abbauen werden, wenn die eigenen erschöpft sind. Große Unternehmen sind daher deutlich besser aufgestellt als kleinere, die eventuell nur über eine einzelne Mine verfügen und nicht das Kapital zum Erwerb großer, aussichtsreicher Vorkommen haben. Allerdings können diese Lagerstätten erwerben, die von großen Unternehmen als zu gering erachtet werden. Darüber hinaus sind kleinere Unternehmen meist deutlich effizienter im Abbau und Betrieb und können auch diese geringeren Vorkommen wirtschaftlich und profitabel betreiben.

Was ist sonst noch zu beachten?

Wichtig ist darüber hinaus noch die Anzahl der Aktien. Es ist ein Unterschied ob ein Unternehmen 60 oder 240 Millionen ausstehender Aktien hat. Bei einer geringeren Aktienanzahl ist die Möglichkeit zur Kapitalerhöhung für die Unternehmen größer um daraus neue Liegenschaften oder Konkurrenzunternehmen zu erwerben. Bei einer größeren Aktienanzahl kann eventuell eine Übernahme durch eigene Aktien finanziert werden, wenn das Unternehmen genügend davon hält.

Wie ist das Management? Sind erfahrende Manager am Werk, die sich schon bei vielen anderen Unternehmen ausgezeichnet haben oder sind es Neulinge, die vorher in der Branche relativ unbekannt waren? Oft ist hier das Risiko einer Abzocke sehr hoch! Es werden falsche Ressourcenzahlen und Entdeckungen gemeldet, nur um den Kurs in die Höhe zu treiben und sich dann selbst von den eigenen Aktien zu trennen. Besonders bei sogenannten OTC- und Pennystockaktien, die meist nur ein paar Cents kosten, ist äußerste Vorsicht geboten. Am besten man macht einen großen Bogen um solche Werte um nicht einen Totalverlust zu erleiden.

Man sollte immer den Ausspruch von Warren Buffet beherzigen, der meinte: „Warum sollte ich die zweitbeste Aktie kaufen, wenn ich doch die Beste haben kann!“

1 Kommentar auf “Investieren mit Silber-Aktien”

  1. astra sagt:

    Eine tolle Übersicht zu Silberaktien gibt es bei http://www.optimal-banking.de/info/silber-aktie.php

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