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Wer in Lexika nachschlägt, wird kaum etwas finden. Bei wikipedia.de wird man auf das Sachbuch „Bekenntnisse eines Economic Hit Man“ von John Perkins weitergeleitet.

Wirtschaftsberatung im Sinne der USA

Perkins wurde unter Mitwirkung des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA 1971 bei der Consultingfirma MAIN eingestellt.

Bekenntnisse eines Economic Hit Man

ISBN: 978-3442154241     Preis: 9,95 €

MAIN war ein regierungsnahes Unternehmen und lebte hauptsächlich von Aufträgen der US-Regierung, der von den USA dominierten Weltbank, USAID und ähnlichen Organisationen.

Abhängigkeit durch enorme Schuldenmacherei

Die Aufträge bestanden in Reisen in andere Länder, hauptsächlich Entwicklungsländer, um dort wissenschaftliche Analysen und Planungen zum Aufbau der dortigen Industrie durchzuführen. Gerne geschah dies unter dem Deckmäntelchen der Entwicklungs- und Wirtschaftshilfe.

Tatsächliches Ziel war, die untersuchten Staaten durch extrem optimistische Gutachten für die wirtschaftliche Entwicklung dazu zu bewegen, sich massiv zu verschulden. Geldgeber waren die USA und die Weltbank. Dem Geld tat es nicht weh, der größte Teil blieb ja in den USA, weil dortige Bauunternehmen die Aufträge bekamen.

Das billige Ausbeuten von wertvollen Rohstoffen

Gebaut wurden Flug- und Seehäfen, Strom-, Straßen- und Schienennetze. Ein besonderer Schwerpunkt war der Bau von Ölfördereinrichtungen. Dem Rohstoff, den die USA so verschwenderisch konsumierten.

Ging es den Bevölkerungen der rohstoffliefernden Länder dadurch besser?

Vielleicht profitierten die obersten 5 % der Bevölkerungen. Unter anderem die Empfänger von Bestechungsgeldern. Die anderen versanken immer mehr in Armut, da durch massive Umweltzerstörung ihre Lebensgrundlage genommen wurde. Ebenfalls konnte der eigene Staat nicht helfen, weil …

  1. … die Wirtschaftsprognosen völlig übertrieben waren und gar nicht so viel Geld hereinkam, um die Schulden tilgen zu können. Das machte diese Staaten immer abhängiger von den USA/Weltbank.
  2. … unter vermutlicher Mitwirkung der CIA und ähnlicher Kräfte Marionettenregierungen installiert wurden, die ihr eigenes Volk in Schach hielt. Dazu gab es umfangreiche Waffenlieferungen. Ebenfalls aus den USA.
  3. … meist eine Kombination von 1.) und 2.) zutraf.

Auch Perkins war Täter – moralisch gesehen

Perkins war bereit gefälschte Prognosen zu liefern und verkaufte sie so überzeugend, dass er schnell in diesem verbrecherischen System aufstieg. Er schreibt von seinen Tätigkeiten in Ecuador, Indonesien, Panama, Saudi-Arabien und dem Iran.

john perkins

Wirtschaftskiller John Perkins damals - seit Jahren arbeitet er an „Wiedergutmachung“

Einerseits wusste er genau was er tat, andererseits hatte er offene Augen und Ohren für die Menschen in den Ländern. Es entwickelten sich einige tiefgründige Freundschaften zu seinen „Opfern“, so dass er trotz der gewaltigen Karriere und der jüngsten Partnerschaft bei MAIN-Consulting ausstieg und viele Jahre später das vorgestellte Buch mit dem passenden Untertitel „Unterwegs im Dienst der Wirtschaftsmafia“ schrieb.

Die Bekenntnisse eines Economic Hit Man“ sind erschreckend und schmerzlich, doch genauso aufklärend und Mut gebend.

Der Leser erfährt unter anderem vom dreckigen Deal, der unter Mitwirkung Perkins 1974 zwischen dem Saudischen Herrscherhaus und dem US-Finanzministerium geschlossen wurde und heute noch gilt. Das in der Erstausgabe 2004 erschienene Werk gibt es mittlerweile als preiswerte Taschenbuchausgabe im Goldmann-Verlag. Leicht zu lesen, gleich kaufen.

John Perkins in Kulturzeit (3sat)

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Bildmaterial: Goldmann Verlag · 3Sat

1 Kommentar auf “Was ist ein Economic Hit Man?”

  1. Hans Emons sagt:

    Es ist immer noch die dummheit der Menschen die es zulassen, dass diese Organisationen leichtes Spiel haben. Dazu kommt doch die Bestechlichkeit der Politiker die auf deren Gehaltsliste stehen.
    Ich erlebe er täglich wie naiv Menschen auf solche Fakten reagieren. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht – auch nicht vor dem Augeverschliessen. Economic Hit Man ist die Offenlegung eines Systems dass sich seit Jahrzehnten ständig nach den physikalischen Gesetzen des Weltalls ausdehnt. Der Trugschluss die USA hätten an Einfluss verloren darf nicht darü ber hinwegtäuschen, dass ihre Instrumente noch sehr effektvoll arbeiten. Es gibt Ruhe- und Aktivphasen. Dazu neue aussenpolitische Wertigkeiten. Das Ziel verlieren sie ganz und gar nicht aus den Augen. Sie sind und bleiben die militärische Supermacht die mit ihrer Logistik jeden Punkt der Welt schnell unter Kontrolle bringen kann. Dies wird viel zu oft in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrisen vergessen. Gerade in Südamerika stehen viele Diktatoren auf der Gehaltsliste der CIA und anderer Geldgeber.

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