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Goldnachfrage in Europa

Die Deutschen kauften von Juli bis September insgesamt 59,3 Tonnen Gold. Warum eigentlich, wenn es doch laut Leitmedien überteuert ist?

EU-Bürger lagern zunehmend Gold in der Schweiz.

EU-Bürger lagern zunehmend Gold in der Schweiz.

In der Schweiz wurden 37,2 und in Rest-Europa lediglich 16,7 Tonnen Gold umgesetzt, so der Buillion-Report von silberinfo.com.

Bewertung der Zahlen

Setzt man die Zahlen ins Verhältnis zur Bevölkerung, ergibt das einen pro Kopf-Goldkauf von 0,726 Gramm (Deutschland) zu 2,122 Gramm (Schweiz).

Sollten die Schweizer trotz einer halbwegs intakten Währung dreimal so viel Gold kaufen wie Deutsche? Die Deutschen sind seit der Finanzkrise mit Abstand Weltmeister im Goldkauf!

Vermutlich ist es folgendermaßen:

Die Schweiz hat sich seit Jahrzehnten den Ruf eines sicheren Zufluchtsorts für Vermögen erarbeitet. Anleger schätzen das gute Rechtssystem und die Achtung von Eigentumsrechten.

Gerade diese beiden Eigenschaften, so befürchten Anleger, könnten in den kommenden Jahren im Rest-Europa verlustig gehen.

Nicht Schweizer, sondern EU-Bürger kaufen Gold in der Schweiz

Es sind also nicht Schweizer Bürger, die für die Rekord-Goldnachfrage verantwortlich sind. Es sind vielmehr EU-Bürger, die Teile ihres Vermögens in die Schweiz gebracht haben und in Gold wechselten. Wie man hört, sind darunter viele Griechen, Italiener und Spanier.

Der „Bankrun in Zeitlupe“ aus den eben genannten Ländern sowie der Höhenflug des Franken passen genau in dieses Bild. Viele Milliarden Euro wurden in die Schweiz geschafft und in Franken bzw. Gold umgetauscht.

Ist dies illegal?

Das kommt darauf an, wie man es macht. Natürlich ist es nicht verboten Teile seines Vermögens im Ausland zu investieren oder dort aufzubewahren.

Wichtig ist jedoch Zugewinne im Heimatland zu versteuern. Da Gold keine Zinsen oder Dividenden abwirft (es gibt Einflüsterer, die dies stets als Nachteil brandmarken) fällt während der Aufbewahrung kein Grund zur Steuerzahlung an. Dies ändert sich erst beim Verkauf mit Gewinn.

Doch wer möchte Gold, welches er ins Ausland gebracht, und dafür hohe Gebühren bei Schweizer Banken gezahlt hat, verkaufen noch bevor die Schuldenkrise überstanden ist?

Dieser Beitrag soll nicht als Handlungsempfehlung verstanden werden. Vielmehr soll er die Hintergründe der nackten Zahlen beleuchten und zum Nachdenken anregen.

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Bildmaterial: endrille / fotolia

1 Kommentar auf “Goldnachfrage in Europa”

  1. oddjob sagt:

    Jedem wachen Bürger sollte so langsam klar werden aus welcher Richtung die ewige Rede vom sich nicht verzinsenden Gold kommt. Der hohe Goldpreis zeigt doch deutlich wie wenig unser Papiergeld noch wert ist. Für den Einstieg ins Gold ist es nie zu spät auch wenn es vor 2 Jahren sicherlich noch günstiger war.

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