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Zum Wochenende wurden unsere Schuldenuhren an die letzten Entwicklungen der Staatsfinanzen angepasst.

Bemerkenswerte Änderungen zeigten sich insbesondere bei zwei Ländern: Deutschland und Schweiz.

Deutschlands Schulden stiegen rasant

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Der Schuldenstand der Bundesrepublik Deutschland musste wesentlich nach oben korrigiert werden.

Nachwehen der Finanzkrise

Der Grund: Neben der regulären Neuverschuldung von gut 80 Milliarden Euro im letzten Jahr schlugen Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzmarktes wie Rettungspakete und Bad Banks mit einem mehrfachen Betrag ein.

Deutschland hat damit die Marke von 2 Billionen Euro beim Schuldenstand deutlich durchbrochen.

Ein kleiner Lichtblick

Der Staat hofft allerdings, sich heute verbuchte Verluste zukünftig wieder zurückholen zu können.

In welcher Höhe das möglich sein wird, hängt entscheidend davon ab, welche Erlöse sich aus dem Verkauf von beispielsweise jenen Papieren erzielen lassen, die in die Bad Bank der verstaatlichten Hypo Real Estate ausgelagert wurden.

Vorbildhaft: die Schweiz

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In der Schweiz sieht die Lage ganz anders aus. Die Schuldenuhr der Schweiz läuft rückwärts.

Während in manchen Staaten das alljährliche Schuldenwachstum seit Jahrzehnten den Normalfall darstellt, baut die Eidgenossenschaft Schulden ab.

Schweizer besteuern sich selbst nachhaltig

Diese verantwortungsvolle Haushaltspolitik – übrigens in einem Land, in welchem das Volk die Höhe der Steuern selbst bestimmt – kann anderen als Vorbild dienen.

Wie die Schuldenuhr funktioniert

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union melden ihre tatsächlichen und für die Zukunft erwarteten Schuldenstände regelmäßig an die Europäische Union.

An diesen Daten orientiert sich die Schuldenuhr. Sie läuft vom tatsächlichen Schuldenstand gleichmäßig in Richtung der von den Staaten für die Zukunft geplanten Verschuldung.

Vergleichbarkeit der Daten

Die Daten hierfür werden nach den sogenannten Maastricht-Kriterien zusammengestellt, um eine internationale Vergleichbarkeit zu gewährleisten.

Selbst die Schweiz, welche weder Euroland noch EU-Mitglied ist, publiziert Statistiken, die sich an diesem Leitfaden orientieren.

Die US-Schuldenuhr basiert mittelbar auf Daten des US-Finanzministeriums. Sie funktioniert ähnlich wie die Schuldenuhren der europäischen Länder.

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Kurzinfo zum Autor: Seit 2006 arbeitet Mar​tin Jan​ecke an der technischen Weiterentwicklung unser Webangebote.

3 Kommentare auf “Schuldenuhren auf dem neusten Stand gebracht”

  1. realkontrol sagt:

    Während jeder Deutsche sich täglich um etwas über 1 Euro neu verschuldet, verringert jeder Schweizer täglich seine Schulden um etwa 1,40 Euro (1,25 EUR/CHF, 16.5.2011). Während jeder Deutsche (ca. 82 Mio. Einw.) derzeit auf einem Schuldenberg von ca. 25600 Euro sitzt, ist der Schuldenberg eines Schweizers (ca. 7,8 Mio. Einw.) mit ca. 27000 Euro noch etwas höher. Wer gut in Mathematik ist, kann jetzt ausrechnen, wann jeder Schweizer weniger Schulden hat, als jeder Deutscher 😉

    • Martin sagt:

      Tatsächlich ist die Pro-Kopf-Verschuldung der Schweiz mit knapp 27.000 CHF (ca. 21.600 EUR) bereits geringer. Da die Schuldenuhr der Schweiz in Schweizer Franken, die Deutschlands aber in Euro läuft, ist der Wechselkurs auch dabei zu beachten.

      Setzt man die Schulden zusätzlich mit dem Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner in Beziehung, sieht man, dass die Schuldenquote der Schweiz nur halb so hoch wie jene der BRD liegt.

  2. admin sagt:

    Per E-Mail erhielten wir die interessante Anfrage, wieso die Geschwindigkeit der Neuverschuldung Deutschlands gesunken sei, obwohl wegen des angewachsenen Schuldenbergs mit einer höheren Zinslast zu rechnen wäre:

    Seit einiger Zeit informiere ich mich auf Ihrer Seite über den Fortgang der deutschen Staatsverschuldung.

    Nun haben Sie diese unlängst um die Lasten aus den div. Rettungszusagen des deutschen Staates ergänzt.

    Was ich in diesem Zusammenhang nicht verstehe ist, daß bei dieser Änderung die tägliche Neuverschuldung rapide gesunken ist.

    Bis vor der Änderung stieg die Neuverschuldung um ca. 345 Millionen EUR pro Tag – nun scheinen es nur noch etwa 88 Millionen EUR pro Tag zu sein. Das ist merkwürdig.

    Ich hatte eigentlich mit einer Beschleunigung gerechnet, da ja der Zinsfuß entsprechend höher ist sodaß nach gestiegener Zinszahlung weniger für die Tilgung bleibt.

    Haben Sie dafür eine Erklärung? – Besten Dank für Ihre Rückäußerung.

    Tatsächlich erscheint die Situation zunächst paradox. Man kann allerdings erklären, wie die Zahlen zustande kommen.

    Ende März hat Deutschland der Europäischen Union einen Schuldenstand von knapp 2,08 Billionen Euro für das Jahr 2010 gemeldet, während die Marke für 2009 bei 1,76 Billionen Euro liegt. Darin zeigt sich ein starker Anstieg, der vor allem mit erfolgten Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzmarktes begründet wird. Für das Jahr 2011 meldet die Bundesrepublik im selben Bericht einen geplanten Schuldenstand von 2,11 Billionen Euro, was einen deutlich geringeren Anstieg als im Vorjahr bedeuten würde und sich in unserer Schuldenuhr widerspiegelt.

    Dass Deutschland angibt, den Schuldenberg in diesem Jahr um einen viel kleineren Betrag anwachsen zu lassen, hängt neben dem Wirtschaftswachstum damit zusammen, dass die Bundesrepublik einen Rückfluss eines Teils jener Gelder erwartet, die man in der Vergangenheit in den Finanzmarkt gepumpt hat. Zum Beispiel dadurch, dass die „Bad Bank“ der ehemaligen Hypo Real Estate einen Teil ihrer Papiere verkaufen kann. Diese Rückzahlungen drosseln das Anwachsen des Schuldenstands der Bundesrepublik einmalig, sollten allerdings nicht mit einer nachhaltigen Haushaltspolitik verwechselt werden.

    Dreht sich die Lage wieder, wenn beispielsweise neue direkte Hilfen für in Not geratene Euroländer beschlossen werden oder erwartete Einnahmen ausbleiben, werden wir die Schuldenuhr an veränderte Prognosen anpassen. Als Referenz dienen die offiziellen Meldungen an die EU.

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