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Solit Kapital

Ein Marktkommentar von Robert Vitye
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Schon im Jahre 1966 erkannte Alan Greenspan als späterer US-Notenbank-Chef, dass ein gewisser Goldstandard zwingend erforderlich ist, um das Kapital der Anleger vor der Inflation zu schützen. Dennoch führe die Finanzpolitik vieler Staaten dazu, dass dieser mögliche Schutz nicht mehr vorhanden ist.

Klartext: Der Staat enteignet alle Sparer über die Inflation.

Daher würde die heute leider häufig praktizierte Defizitfinanzierung dazu führen, dass das Vermögen vieler Bürger im Grunde auf „verstecktem Wege“ verringert wird. Auch wenn diese Aussagen des ehemaligen Notenbankchefs mehr als 35 Jahre zurückliegen, so sind sie heute aktueller wie kaum zuvor.

Die Wahrheit seiner Worte zeigt sich allzu deutlich in der derzeitigen Eurokrise und in der Überschuldung vieler anderer Staaten, und man muss zu der Erkenntnis kommen, dass das globale Geldsystem in einer tiefen Krise steckt.

Zinssenkungen verlängern das Leben des heutigen Geldsystems

Heute basiert das Geldsystem auf Prinzipien, wie sie aus der Planwirtschaft bekannt sind. Denn die Entstehung des Geldes wird durch einen Akt der Kreditschöpfung durch die Zentralbanken hervorgerufen, wobei das große Problem ist, dass dieses Geld keinen materiellen Wert hat.

Dadurch, dass dem Geld stets eine Zinsforderung gegenübersteht, basiert das Geldsystem auf einer ständigen „Aufschuldung“. Denn nur dadurch ist es möglich, die Zins- und Tilgungszahlungen finanzieren zu können, was wiederum zu einer Zinseszinsfunktion führt.

Das aktuelle Geldsystem braucht die Geldschöpfung wie ein Junkie seine Drogen.

Zwar kann diese Funktion durch eine Zinssenkung reduziert, aber nicht vollkommen ins Gegenteil gewandelt werden. Dieses System kann aber nur funktionieren, wenn die Schöpfung neuen Geldes durch einen Anstieg der wirtschaftlichen Leistung „gedeckt“ ist. Ferner müssen die Zentralbanken zwingend unabhängig von Einflüssen der Politik sein, was innerhalb der Eurozone genauso wie die Deckung durch die Wirtschaftsleistung nicht der Fall ist.

Kreditgeldsystem verlässt marktwirtschaftliche Prinzipien

Das heutige System der Kreditgewährung kann die typischen Geldfunktionen (Recheneinheit, Geld als Tauschmittel und die Wertaufbewahrungsfunktion) kaum noch erfüllen. Seit Anfang der 70er Jahre gilt für nahezu alle Währungen weltweit das Kreditgeldwährungs-Konzept. Selbst der Wertevergleich der verschiedenen Währungen miteinander ist lediglich relativ zu betrachten.

Das grundsätzliche Systemproblem ist in diesem Zusammenhang nämlich die stetige Ausweitung der Geldmengen, die dazu führt, dass alle Währungen gegenüber dem Gold abgewertet werden. Dabei ist das Gold eine global anerkannte Währung, und zwar schon seit mehr als 6.000 Jahren.

wenn Geld wertlos wird (Grafik)

Besonders interessant die Entwicklungsphasen der deutschen Währungen.

Der Preis von Gold und Silber wird an den Terminmärkten gemacht

Derzeit hat eine deutliche Verbesserung der Lage der zwei wichtigsten Edelmetalle Silber und Gold stattgefunden, auch wenn die Gold- und Silberpreise in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen sind.

Aber auch wenn die reale Nachfrage nach Gold deutlich gestiegen ist, wird der tatsächliche Goldpreis aktuell vom Verkauf von Terminkontrakten bestimmt. Auf der Seite der Käufer befinden sich laut WGC (World Gold Council) vor allem Notenbanken und große staatliche Vermögensfonds aus den Schwellenländern China, Mexiko und Russland. Aber auch Industrienationen wie Japan haben dazu beigetragen, dass sich die Notenbanken seit einigen Jahrzehnten am Markt wieder als Nettokäufer auszeichnen können.

Aufgrund der anscheinenden Unfähigkeit der Krisenbewältigung durch die Politik zog zudem auch die Nachfrage der Investoren an.

Nettogoldkäufe der Notenbanken

Seit 2010 kaufen die Notenbanken wieder Gold auf dem Markt auf.

Aktuell (29. Mai 2012) kostet die Unze Feingold 1.257 Euro, was im Vergleich zum Vormonat ein Preisrückgang von rund einem Prozent ist. Im Vorjahresvergleich ist der Goldpreis jedoch um rund 17 Prozent gestiegen.

Die Konsolidierungsphase beim Silber

Beim Silberpreis ist ebenfalls seit wenigen Monaten eine Phase der Konsolidierung zu erkennen, wobei die Situation am Terminmarkt beim Silber als recht konstruktiv und spekulationsbereinigt bezeichnet werden kann. Dazu tragen auch die stabilen Bestände an physischen Silber ETFs bei, sodass der Silberpreis spätestens im zweiten Halbjahr steigen dürfte, was vor allen Dingen auf die steigende Nachfrage aus dem Bereich Schmuck und Industrie zurückzuführen sein dürfte.

Mit derzeit (Stand 29.05.12) 22,64 Euro notiert der Silberpreis um etwa acht Prozent niedriger als im Vormonat, während er im Gegensatz zum Goldpreis auch gegenüber dem Vorjahr gefallen ist, und zwar um rund 14,6 Prozent.

Aufschwung beim Gold- und Silberpreis erwartet

Charttechnisch ist sowohl beim Gold als auch beim Silber positiv festzustellen, dass beide Aufwärtstrends intakt sind, was den mittelfristigen Bereich angeht. Auch die Markttechnik liefert derzeit positive Signale, sodass ein baldiger Aufschwung bei den Gold- und Silberpreisen als recht wahrscheinlich angesehen werden kann.

Nimmt man dann noch die an den amerikanischen Terminbörsen vorhandenen Netto-Long-Positionierungen der Spekulanten hinzu, die sich auf einem Rekordtief befinden, so ist ein zukünftiger Aufwärtstrend bei den Edelmetallen in Kürze sehr wahrscheinlich. Auch die insgesamt negative Grundstimmung würde dieses Szenario unterstützen.

Gold- und Silberchart im Vergleich zu anderen Anlageklassen

Trotz tausender Unkenrufe legen Gold und Silber die besten Performance hin.

Zusammenfassend kann gesagt werden

Grundsätzlich besteht bei einem Goldinvestment zwar stets die Gefahr der Volatilität gegenüber den Währungen, jedoch bewegt sich diese Volatilität vom Trend her schon viele Jahre ausschließlich nach oben.

Was die Motivation derjenigen Investoren angeht, die sich für ein physisches Goldinvestment entscheiden, so steht hier keineswegs im Vordergrund, eine gute Nominalrendite zu erzielen. Vielmehr besteht die Motivation vorrangig darin, bestehende Ersparnisse in ein Wertaufbewahrungsmittel „umzuwandeln“, welches sowohl natürlich begrenzt (Goldvorkommen) als auch von politischer Seite aus nicht zu manipulieren ist.

Zudem kann dieses Wertaufbewahrungsmittel sämtliche Geldfunktionen ohne Einschränkung und auf Dauer erfüllen.

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Bildmaterial: Solit Kapital · Autor: Robert Vitye

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