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Finanzielle Repression

Der Begriff „Finanzielle Repression“ wurde in den letzten beiden Jahren fast nur mit vorgehaltender Hand ausgesprochen. Nun aber taucht er zunehmend in Fachgesprächen um die finanzielle und haushaltspolitische Zukunft Deutschlands und der gesamten westlichen Welt auf.

Bundeskanzleramt

Bundeskanzleramt - welche Pläne für die finanzielle Repression liegen bereits in der Schublade?

Synonym für Unterdrückung

Repression ist ein Synonym für Unterdrückung, Hemmung oder Zurückdrängung (vgl. Wikipedia). Bisher fand der Begriff vor allem in der Berichterstattung über Militärdiktaturen und deren Umgang mit der eigenen Bevölkerung Anwendung.

Und nun sollen einige Fachleute die finanzielle Unterdrückung der deutschen Bevölkerung planen? Absurd oder?

Mit finanzieller Repression dem Staatsbankrott entkommen?

Vielleicht nicht ganz, denn würde man alle offenen und verborgenen Staatsschulden Deutschlands, die Bundesbankkredite im Target2-System sowie die Haftungsübernahmen sämtlicher Rettungssysteme zusammenrechnen, dann wäre eine Pleite unseres Landes mit mathematischer Sicherheit absehbar.

Staatspleiten gehen stets mit chaotischen Zuständen einher. Man erinnere sich nur an die Beinahe-Bankrotte seit 2008 in Europa. Island, Ungarn, Griechenland usw. Die finanzielle Repression soll dieses Szenario verhindern helfen.

Finanzielles Auspressen der Bevölkerung

Frei übersetzt könnte man sagen, die Bürger und Unternehmen sollen in den kommenden Jahren mit juristischen Kniffen finanziell ausgepresst werden, um über einen Zeitraum von mehreren Jahren die öffentlichen (und vermutlich auch Bankschulden) auf ein erträgliches Maß zu verringern.

Finanzielle Repression — vorstellbare Maßnahmen

Folgende Stichpunkte sind eindeutige Merkmale für finanzielle Repression

  • Gesetzlich festgelegte Höchstzinssätze für (Staats-)Anleihen und Bankguthaben (Tagesgeld, Sparbuch, Festgeld) – diese liegen natürlich unterhalb der realen Inflation
  • Abhebebeschränkungen von Bargeld
  • Einschränkung des Bargeldverkehrs => elektronische Zahlungen
  • gesetzlich festgelegte Wechselkurse
  • Kapitalverkehrskontrollen
  • Besteuerung, Handelsbeschränkungen oder sogar Verbot von Gold
  • Einführung neuer Steuern

Allein diese Aufzählung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, zeigt, dass finanzielle Repression nicht sehr angenehmen ist. Verläuft sie jedoch fünf bis 15 Jahre erfolgreich im Sinne der politischen Gestalter, dann lässt sich wahrscheinlich ein offener Staatsbankrott verhindern, auch wenn am Ende der Repressionsphase eine Währungsreform steht. Diese wird nötig sein, um allgemeines Vertrauen in Geldvermögen zurück zu erlangen.

Diese Seite möchte weder gegen noch für finanzielle Repression plädieren. Sie möchte vielmehr aufzeigen was der sperrige Begriff bedeutet und somit als Nachschlage- und Verweisquelle dienen.

Diskussionen über den Weg der finanziellen Repression sind als Kommentare dieses Artikels durchaus willkommen!

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