Kursverlauf: 1 Unze Silber in US-Dollar, 1 Woche Kursverlauf: 1 Unze Gold in US-Dollar, 1 Woche
Zusammenfassung der Onlinekonferenz von Hannes Zipfel

Die EZB und der gordische Knoten

Obwohl sich die Wirtschaft in Deutschland sehr positiv entwickelt, verharrt der Rest Europas in einer Dauerrezession. Um diesen gordischen Knoten zu zerschlagen, hat die EZB Anfang Juni die Leitzinsen erneut gesenkt und gleichzeitig historische Maßnahmen beschlossen. Ob diese Maßnahmen jedoch Wirkung zeigen und das Bankensystem endlich in den Griff zu bekommen ist, ist ungewiss.

Das Ende der Euro-Krise wurde bereits im vergangenen Jahr ausgerufen. Vor allem die Deutschen glaubten daher fest daran, dass in Südeuropa wieder ein größeres Wirtschaftswachstum möglich ist und die vorhandenen Schulden zurückgezahlt werden können. Der Wahlabend zum Europaparlament mit den Siegen der Eurokritiker zeigte jedoch, dass viele Menschen nicht mehr an eine geeinte Euro-Zone glauben. Auch die Krise scheint zurück, als EZB-Chef Draghi ankündigte, neue Maßnahmen zur Rettung der Staaten durchführen zu wollen. Die Frage nach dem Warum wird seither oft gestellt, fühlen sich viele Wähler von ihren Politikern doch hinters Licht geführt. Die Sorge um das eigene Geld und eine mögliche Geldentwertung kommen hinzu. Ohne die drastischen Maßnahmen der EZB, die bereits früher durchgeführt wurden, würde die Eurozone wohl nicht mehr bestehen und der Euro als Zahlungsmittel bereits Geschichte sein.

Erfolg der „Dicken Berta“ fraglich

Mit der „Dicken Berta“, einem Refinanzierungsgeschäft der EZB, sollte ursprünglich eine Maßnahme zur Refinanzierung der Banken zu niedrigen Zinsen ins Leben gerufen werden. Mittlerweile jedoch wird bereits die dritte „Dicke Berta“ aufgelegt, die den Banken langfristige Finanzierungen zu Mini-Zinsen garantiert. Gleichzeitig sollen Institute mit Negativzinsen bestraft werden, wenn Geld angelegt wird, anstatt es als Kredite weiter zu reichen. Warum ein erneutes Programm nun endlich die gewünschte Lösung bringen soll, ist mehr als fraglich, denn bereits die ersten beiden Tranchen brachten keine realwirtschaftlichen Effekte. Ausgeweitet wurde lediglich das Geschäft mit Staatsfinanzierungen, das als gesichert angesehen wird. Ein Teil der Liquidität floss auch in die Aktienmärkte, die neue Höchststände markieren konnten. Dass diese Entwicklung jedoch nicht langfristig ist, zeigte der kurze Ausflug des DAX über die Zehntausendermarke. Der Rückzug erfolgte schon nach wenigen Tagen.

Gewinne bei Gold und Silber

Anders als die Aktienmärkte reagierten die Kurse von Gold und Silber auf die Ankündigung der EZB nicht sprunghaft. Die Entwicklung verläuft hier eher konstruktiv, was die Edelmetalle zu den Renditekönigen des Jahres werden lässt.

Gold & Silber in US-Dollar indiziert

Goldpreis (orange) & Silberpreis (grau) in US-Dollar, indiziert

Auf Eurobasis konnten sowohl Gold wie auch Silber die Aktien- und Rentenmärkte überholen und hinter sich lassen. Die jetzigen Kursgewinne sind vor allem der Tatsache geschuldet, dass nun auch in Europa eine hemmungslose Geldpolitik und ein „Quantitative Easing“ erwartet wird, das die Geldmenge deutlich steigen lässt. Steigenden Inflationswerten und Blasen bei verschiedenen Vermögenswerten können nur mit einer Investition in Edelmetallen entgegen gewirkt werden.

Performance-Vergleich von Gold und Silber mit Wertpapieren in der ersten Jahreshälfte 2014

Gold und Silber 2014 vorn

Da sich die Maßnahmen der Zentralbank in den kommenden Monaten wohl stetig verschärfen werden, wird die aktuelle Entwicklung sicher erst der Anfang eines mittelfristigen Aufwärtstrends sein, denn die Nachfrage nach monetären Edelmetallen wird weiter steigen.

Kursverlauf von Silber nach Monaten

Saisonales Kursmuster am Beispiel von Silber

EZB stellt weitere Maßnahmen vor

Die Senkung der Leitzinsen gehört zu den wichtigsten Maßnahmen einer Zentralbank. Wie in der Pressemittelung der EZB zur letzten Sitzung aufgezeigt wurde, gibt es aber durchaus weitere Möglichkeiten, in die Finanzmärkte einzugreifen. So kündigte die EZB an, bei Bedarf forderungsbesicherte Wertpapiere aufzukaufen. Ein Limit wurde nicht genannt. Das Geld hierfür wird quasi aus dem „Nichts“ gedruckt und lässt die Geldmenge ins Unermessliche steigen. Dieses Geldschöpfungs- und Kreditvergabeprogramm wird schon heute als europäisches „Quantitative Easing“ bezeichnet.
Die Frage ist mittlerweile nicht mehr, ob dieses Programm aufgelegt wird, sondern vielmehr nur noch, wann es kommt. Anleger sollten sich daher schon jetzt auf ein Wiederanziehen der Inflation sowie auf weiter steigende Vermögenspreise einstellen.

Risiken der Banken werden eliminiert

Das Ziel der Zentralbank ist es in erster Linie, dass neue Kredite ausgegeben werden. Unternehmen sollen so wieder investieren, Privatleute hingegen zum Kauf diverser Produkte angeregt werden. Dieses Ziel rückte bisher in weite Ferne, da die Banken enorme Eigenkapitalrichtlinien zu erfüllen und mehr als genug ausfallgefährdete Kredite in ihren Büchern hatten. Die Vergabe neuer Kredite und das Eingehen weiterer Kreditrisiken kam daher nicht in Frage. Nach wie vor jedoch ist die Nachfrage nach Darlehen auf einem hohen Niveau, oftmals werden neue Kredite sogar zur Existenzsichern benötigt. Wenn die EZB jetzt forderungsbesicherte Wertpapiere kauft und die Banken ihre faulen Kredite auf einfache Art loswerden können, könnte das Ziel der EZB durchaus erreicht werden. Auch in den USA sowie in Großbritannien wurden daraufhin wieder mehr Darlehen für Immobilien vermittelt, was die Häuserpreise anziehen ließ. Im Vergleich hierzu verharren Griechenland, Portugal und Spanien in einer Dauerrezession.

Entwicklung der Immobilienpreise in verschiedenen Ländern 2005–2014

Hauspreise in den USA vs. Großbritannien vs. Spanien

Gold und Silber werden profitieren

Die Profiteure der aktuellen Politik werden die monetären Edelmetalle Gold und Silber sein. Mit der aktuellen Entwicklung zeigt sich nämlich, dass nun auch die Europäische Zentralbank allen Warnungen zum Trotz eine expansive Geldpolitik betreiben möchte, um die Krise zu bewältigen. Ist das Programm einmal angelaufen, gibt es kein Zurück mehr, denn eine Reduzierung der Geldmenge würde wahrscheinlich zum totalen Crash in Europa führen.
Für Anleger ist dies ein weiterer Grund, sich mit Edelmetallen gegen die drohenden Risiken abzusichern und sich vor Inflation und Kapitalfehlallokationen zu schützen.

Edelmetalle sind hierfür bestens geeignet, bieten sie doch folgende glänzende Eigenschaften:

  1. Edelmetalle sind endlich und nicht unbegrenzt verfügbar
  2. Kein Gegenparteirisiko enthalten
  3. Akzeptanz ist weltweit vorhanden
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  5. Weltweiter Verkauf jederzeit möglich
  6. Ultimative Sachwerte

Wer sich gegen die Folgen der aktuellen Geldpolitik schützen möchte, kommt an Edelmetallen kaum vorbei. Mit den jetzt günstigen Preisen lässt sich so eine preiswerte Versicherung gegen die derzeitige geldpolitische Politik erwerben.

Die vollständige Online-Konferenz der GoldSilberShop.de GmbH können Sie sich hier anschauen:

Das Archiv vorangegangener Onlinekonferenzen sowie die kostenlose Anmeldung zur Onlinekonferenz am 24.07.2014 finden Sie unter:
http://www.goldsilbershop.de/onlinekonferenz.html

Kurzinfo zum Autor: Seit dem 1. Januar 2011 ist Hannes Zipfel Vorstand und Chefökonom der VSP Financial Services AG in Wiesbaden sowie als Chefökonom der GoldSilberShop.de GmbH tätig.

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