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Zusammenfassung der Online-Konferenz von Hannes Zipfel

Zehn Anzeichen für einen Schuldenschnitt

Glaubt man den Politikern, die vor allem während des Europa-Wahlkampfs für die Gemeinschaftswährung kämpften, ist die Staatsschuldenkrise überwunden.

In diesem Zusammenhang stellt sich jedoch die Frage, warum die Notenbank dann in diesen Tagen neue Maßnahmen für Anfang Juni ankündigt, durch die die schon heute laxe Geldpolitik nochmals verschärft werden soll. Auch ein Blick auf die Schuldenstände der Länder zeigen, dass die Krise noch nicht beendet ist, denn vielfach werden Nachkriegsrekorde erreicht.

Angesichts dieser Fakten verwundert es nicht, dass es vor allem die Euro-Gegner waren, die zur Wahl des Europaparlaments hohe Zugewinne erzielen konnten. Die Illusion einer überwundenen Staatsschuldenkrise ist nämlich zweifelhaft.

Krisenpolitik ist vielfach gescheitert

Mit Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise und der damit verbundenen überhöhten Staatsverschuldung sollten die betroffenen Länder mit verschiedenen Reformen und Sparmaßnahmen auf den „richtigen“ Weg zurückgeführt werden.

Nach einigen Jahren Krisenpolitik zeigt sich jedoch, dass viele Maßnahmen wirkungslos waren oder den Ländern sogar geschadet haben. Die Folge waren nämlich nicht Entschuldung und Wirtschaftswachstum, sondern Arbeitslosigkeit und Stagnation – und neue Schulden.

schulden europa

Obwohl die EZB immer versucht hat, gegenzusteuern, um den Währungs-Kollaps oder einen Zusammenbruch des Bankensystems zu verhindern, scheint jetzt die Zeit, den Erfolg zu bezweifeln.

Warum wohl sonst werden nun neue Maßnahmen angekündigt, zu denen etwa ein Negativzins für Bankeinlagen bei der EZB gehört. Durch diese „Strafzinsen“ will die Zentralbank neue Kreditvergaben quasi erzwingen und so wirtschaftliches Wachstum fördern.

zinsverlauf

Wie die EZB jedoch bereits vermutet, werden die Banken allein aufgrund des Strafzinses keine neuen Kredite an Verbraucher und Unternehmen vergeben. Der Grund sind bankrotte Bankbilanzen, die nur durch den Ankauf von Asset Backed Securitys (ABS) reguliert werden können.

Mit ihnen haben die Banken Europas die Möglichkeit, Kreditpakete als Wertpapiere zu verbriefen und damit faule Kredite zu verkaufen. Die Folgen für die Bilanzen der EZB sind verheerend. Dass dieses Wertpapierankaufprogramm noch nicht gängige Praxis ist, ist einzig den Bundesbänkern zu verdanken, die (noch) auf die Geldwertstabilität achten.

Möglichkeiten der EZB sind begrenzt

Die Zentralbanken weltweit agieren bereits seit Jahren im Krisenmodus, sie versuchen also, durch immer neue Maßnahmen die Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen. Was jedoch tun die Notenbänker, wenn echte Hilfe notwendig wird, etwa bei einem wirtschaftlichen Abschwung?

Dieser scheint nicht mehr allzu weit entfernt, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass nach fünf bis sieben Jahren Aufschwung eine Korrektur drohen kann. Und nach sechs Jahren Wirtschaftswachstum ist dieser Tag zum Greifen nahe. Zudem zeigt sich, dass die derzeitige Politik die Staatsverschuldung nicht lösen kann. Sie kann lediglich den Tag, an dem ein Schuldenschnitt notwendig wird, hinauszögern.

Dies wissen womöglich auch die Notenbanken, die bereits seit Jahren entsprechend reagieren. Sie investieren nun wieder in die ultimative Reservewährung Gold, die in Zeiten moderner Geldpolitik bereits als unnötig bezeichnet wurde.

Netto-Goldkäufe der Notenbanken

Die Aktivitäten der Notenbanken zeigen somit, dass sich auch Privatanleger und Investoren mit dem Gedanken eines möglichen Schuldenschnitts vertraut machen sollten.

Schon heute sind schließlich die Folgen der derzeitigen Notenbankpolitik in Form von niedrigen Sparzinsen, einer schleichenden Enteignung und dem Aufbau von Vermögensblasen spürbar. Es macht daher durchaus Sinn, die deutlichen Hinweise erst zu nehmen, die wir in unserer Online-Konferenz aufgelistet haben:

  1. Notenbanken der Industriestaaten betreiben Nullzinspolitik
  2. Notenpressen finanzieren Staaten („Quantitative Easing“)
  3. Notenbanken sichern Vermögen durch Goldkäufe
  4. Finanzielle Repressionen kaum mehr möglich
  5. Bankrottes Bankensystem ist schon heute von den Notenbanken abhängig
  6. Kleinere Staatsbankrotte sollen mögliche Auswirkungen zeigen
  7. Auch der Internationale Währungsfonds für Enteignung
  8. Transparenz in Vermögensfragen soll durch Datenaustauschabkommen gesichert werden
  9. US-Dollar hat als Welthandelswährung immer weniger Relevanz
  10. Berücksichtigung, dass Papierwährungen endlich sind

Alle Informationen, unser Onlinekonferenz Archiv und die kostenfrei Anmeldung finden Sie unter: http://www.goldsilbershop.de/onlinekonferenz.html oder schauen Sie sich gleich hier die Aufzeichnung an:

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Kurzinfo zum Autor: Seit dem 1. Januar 2011 ist Hannes Zipfel Vorstand und Chefökonom der VSP Financial Services AG in Wiesbaden sowie als Chefökonom der GoldSilberShop.de GmbH tätig.

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