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Die Bank of Japan will durch neue geldpolitische Maßnahmen die nach wie vor niedrige Inflation bekämpfen. Das geplante Vorgehen stößt jedoch auch bei den Notenbankern nicht auf breite Zustimmung, die Geldmengenausweitung wurde lediglich mit fünf gegen vier Stimmen und damit nur mit knapper Mehrheit gebilligt.

Der Wettstreit der Notenbanken

Die quantitative Geldpolitik wird bereits seit Jahren genutzt, um niedrige Inflationswerte zu stützen und der Wirtschaft neue Impulse zu setzen. In den USA hat sich die Fed jetzt jedoch für einen Rückzug entschieden, ab November soll kein Geld mehr für den Aufkauf amerikanischer Hypotheken- und Staatsanleihen mehr zur Verfügung gestellt werden. Die Bank of Japan sowie die EZB hingegen haben erst kürzlich neue Programme aufgelegt, die die Märkte mit frischem Kapital versorgen sollen.

So wird die Bank of Japan für den Aufkauf von Staatsanleihen zusätzliche Mittel in Höhe von 30 Billionen Yen (267 Milliarden US-Dollar) zur Verfügung stellen, für den Kauf japanischer Aktien-ETFs sollen nochmals zwei Billionen Yen (17,8 Milliarden US-Dollar) zur Verfügung gestellt werden. Auch japanische REITs werden von der Notenbank unterstützt, für deren Ankauf soll die vorhandene Summe auf 90 Milliarden Yen (0,534 Milliarden US-Dollar) verdreifacht werden. Die Bilanzsumme der Bank of Japan wird mit diesen Maßnahmen in den kommenden zwölf Monaten um 83,9 Billionen Yen aufgestockt.

Auch in Europa startet die EZB jetzt mit einem Wertpapierkaufprogramm, für das bislang 500 Milliarden Euro (625 Milliarden US-Dollar) jährlich zur Verfügung gestellt werden sollen. Betrachtet man die Bilanzsummen beider Notenbanken, werden deren Bilanzen um 730 Milliarden US-Dollar aufgestockt. So viel Geld hatte die Fed lediglich zu Hochzeiten des Quantitative Easing in die Märkte gepumpt.

Das Tapern der US-Notenbank hat somit kaum Auswirkungen, denn die sich im Umlauf befindlichen Euro und Yen werden auch Amerika erreichen. Diese Entwicklung ist auch an den Wechselkursen abzulesen. Der US-Dollar befindet sich sowohl gegenüber dem Yen wie auch gegenüber dem Euro auf einem Höhenflug, der wohl so schnell nicht gestoppt werden kann.

Entwicklung von Aktien, Gold und Bundesanleihen 2014

Quelle: Thomson Reuters Datastream | Grafik: GoldSilberShop.de GmbH

Notenbanken im Krieg der Währungen

Ziel der Geldmengenausweitung sowohl in Japan wie auch in Europa ist die Bekämpfung der drohenden Deflation. Die Stabilität einer Währung oder aber der Erhalt der Kaufkraft scheinen für die Währungshüter derzeit keine Rolle zu spielen. Diesen Krieg der Währungen wird auch die USA zu spüren bekommen, denn der hohe Dollarstand hat nicht nur Vorteile. Durch sinkende Importpreise keimt auch hier eine Deflationsgefahr, die Inflation liegt bei gerade einmal 1,66 Prozent, mit sinkender Tendenz. Rückläufige Kreditvergaben und ein einbrechender Hypothekenmarkt sind weitere Risikofaktoren. Um ihr Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen, wird daher wohl auch die Fed bald wieder Maßnahmen einleiten und die Geldmenge ausweiten.

Goldpreisentwicklung in Euro durchaus positiv

Die Abwertungspolitik der Notenbanker wird sowohl in Europa wie auch in vielen anderen Ländern dazu führen, dass die Papierwährungen zunehmend an Wert verlieren und Sparer quasi enteignet werden. Weitsichtige Anleger sollten daher schon jetzt handeln, um sich gegen diese wenig weitsichtige Geldpolitik zu schützen. Dies ist vor allem mit Vermögenswerten möglich, die nicht in Euro notieren, so zum Beispiel mit Gold und Silber. Diese monetären Edelmetalle bieten eine echte Währungsalternative und ermöglichen gleichzeitig attraktive Renditen.

handelsgewichteter US-Dollar-Außenwert 2011–2014

Quelle: Thomson Reuters Datastream | Grafik: GoldSilberShop.de GmbH

In Anbetracht der derzeitigen Entwicklungen ist für Anleger durchaus ratsam, einen Teil ihres Vermögens, auf den Zugriff besteht, weg von Gläubigerrisiken und Währungen ohne intrinsischem Wert zu investieren. Sowohl Gold wie auch Silber und Diamanten können dabei eine wichtige Rolle spielen. Diese Anlagen sind bereits seit Jahrtausenden bewährt und werden daher auch die jetzige ökonomische Zeitenwende glänzend überstehen.

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Kurzinfo zum Autor: Seit dem 1. Januar 2011 ist Hannes Zipfel Vorstand und Chefökonom der VSP Financial Services AG in Wiesbaden sowie als Chefökonom der GoldSilberShop.de GmbH tätig.

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